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Blick auf Johanngeorgenstadt

Glück auf, liebe Wanderfreunde und Gäste,

unsere Region zählt zu den schönsten und ältesten Wandergebieten Deutschlands. Nicht von ungefähr entstand gerade hier am 1.018 m hohen Auersberg im Jahr 1878 die Idee, mit der Gründung eines Erzgebirgsvereines die Schönheiten des Erzgebirges mit seinen dunklen Wäldern, romantischen Tälern und Bergeshöhen sowie seinen freundlichen und fleißigen Bewohnern allen Menschen in Deutschland nahe zu bringen.

Fortan wurden Tausende Kilometer Wanderwege erschlossen, gebaut, beschildert und in Wanderkarten wiedergegeben. Aussichtstürme, Rastplätze und Berggasthöfe entstanden. Zahlreiche Gäste, zuerst aus den alten Industrieregionen Sachsens, später aus ganz Deutschland, suchten und fanden hier ausgiebige Erholung und Entspannung. Einer der prominentesten Gäste in noch viel früherer Zeit war u.a. auch Johann Wolfgang von Goethe, in seiner Funktion als Minister natürlich auch ein hervorragender Kenner des erzgebirgischen Bergbaus. Der große deutsche Dichter wird schon gewusst haben, warum er bei seinen Fahrten ins böhmische Karlsbad auch die seinerzeit beschwerliche Route über das Westerzgebirge nahm.

Wir haben für Sie einige Wandervorschläge zusammengestellt. Mit der Hilfe von Wurzelrudi, dem Maskottchen der Auersbergregion, das einem seit Jahrhunderten in unseren Wäldern lebenden guten Geist gleicht, können Sie von jeder Gemeinde aus interessante Wanderungen unternehmen, bei denen natürlich auch zahlreiche Geheimnisse entdeckt und gelüftet werden. Selbstverständlich stellen die vorgeschlagenen Wandertouren nur eine Auswahl aus der Vielzahl der Möglichkeiten dar. Sie können verlängert, gekürzt oder kombiniert werden. Wir wollen es als eine Orientierung für Sie verstanden wissen, bei der Sie viele interessante Ziele erreichen und die großen und kleinen Geheimnisse am Wegesrand für sich entdecken können. Lassen Sie Stress, Hektik und Verkehrslärm einfach hinter sich und begeben Sie sich auf Schusters Rappen ins Auersberggebiet. Würzige Bergluft, murmelnde Bäche und geheimnisvoll rauschende Wipfel werden Ihre Begleiter sein.

Das etwa 130 km lange und 35 km breite Erzgebirge verdankt seinen Namen den reichen Silbererzvorkommen, die vor mehr als 800 Jahren erstmals entdeckt wurden. Die Suche nach Reichtum in den undurchdringlichen Wäldern entwickelte sich bald zu einem regelrechten "Berggeschrey" und ist vergleichbar mit dem späteren Goldrausch in Kalifornien oder Alaska. Aus wilden Schürfstätten entwickelten sich unzählige Dörfer und stolze Bergstädte mit zahlreichen Privilegien.

Auch das Auersberggebiet war jahrhundertelang vordergründig eine Bergbauregion. Fast jedes Tal und jeden Hang durchsuchte man nach den Schätzen der Erde und wurde fündig vor allem beim Zinn, welches oftmals auch an der Oberfläche in Bachläufen oder künstlichen Gräben ausgeseift wurde. Noch heute finden wir in Wald und Flur zahlreiche historische Zeitzeugen, wie kleinere Halden, eingestürzte Stollen, Lichtlöcher und kilometerlange Wassergräben.

Nachdem bereits im 18. Jahrhundert der Bergbau stark zurückgegangen war, mussten neue Erwerbszweige die Bevölkerung ernähren. Neben dem Schnitzen und Klöppeln, welches im gesamten Erzgebirge zu Hause ist, entwickelten sich in den einzelnen Gemeinden spezielle Handwerkszweige, die teilweise auch heute noch erlebbar sind. So können Besucher beispielsweise in Sosa den letzten Köhlern des Erzgebirges bei ihrer Arbeit direkt über die Schulter schauen. Die Bockauer spezialisierten sich auf Arzneimittel und Laborantenwesen, die Eibenstocker auf kunstvolle Stickereien, in Carlsfeld wurden vorzügliche Uhren und Bandonions hergestellt und in Morgenröthe-Rautenkranz mehr als 30.000 Glocken gegossen.

Vor etwa 100 Jahren entdeckten schließlich Geschäftsleute und Bürgerliche "aus den großen Städten" den außerordentlich hohen Erholungswert der Region. Tausende "Sommerfrischler" zog es nun beständig hinauf in das waldreiche Gebiet am Erzgebirgskamm. Inzwischen ist hier natürlich ganzjährig Urlaubssaison und die Region rund um den "zweithöchsten Sachsen" besitzt neben der herrlichen Natur auch ein umfangreiches Freizeitpotenzial. In teilweise noch urwüchsiger Landschaft kann man gleichsam vielen interessanten Urlaubsaktivitäten nachgehen und sich aber ebenso in völliger Ruhe erholen und entspannen.