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Sports / Leisure / Culture

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Mettenschicht

Herr Krauß
Wittigsthalstraße 13-15
08349 Johanngeorgenstadt
03773 882140
Ursprünglich feierte man in Johanngeorgenstadt die Metten am 1. Weihnachtsfeiertag früh um 4 Uhr. Meist war die ganze Familie vor dem Gottesdienst gar nicht erst schlafen gegangen. Da sich die Bergleute oft schon vorher mit "Brandewein" aufgewärmt hatten und immer mit ihren rußenden Grubenleuchten zum Gottesdienst erschienen, versuchte der Johanngeorgenstädter Pfarrer die Mette abzuschaffen. Lange Zeit wehrten sich jedoch die Bergleute gegen diese Absicht. Um weiter in der althergebrachten Art und Weise feiern zu können, verlegten die Bergleute ihre Feier in die Huthäuser. So fand nunmehr am 24. Dezember die "Bergmette" in den Zechenstuben statt. Deshalb zählt der Heiligabend, neben Silvester und dem Fastnachtsdienstag zu den bergmännischen Feiertagen, die schon seit langer Zeit bezahlt arbeitsfrei waren. Die Bergmetten feierten die Bergleute in einer ihnen eigenen Form. Über eine solche Mettenfeier gibt es eine sehr interessante Schilderung von Dr. Richard Truckenbrodt. Die Zechenstube wurde geschmückt, es wurde gemeinsam gebetet und gesungen und erzählt. Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt und eine Flasche machte die Runde. Zu dieser Feier lud man auch die "Bergverwandtschaft" ein - das waren unter anderem die Fuhrleute die das Erz zur Pochwäsche und zur Hütte nach Freiberg fuhren, natürlich der Schichtmeister, der auch die Zigarren mitzubringen hatte und nicht zuletzt der Bergschmied, denn ohne gutes Gezähe (bergmännisch für Werkzeug) konnte der Bergmann vor Ort wenig ausrichten. Bei den Mettenfeiern im Jahre 1778 brachte der Bergschmied Teller einen bogenförmigen Leuchter mit, die er der Grube und dem Grubenvorstand verehrte. Doch das ist schon wieder eine andere Geschichte.
Diese alte Tradition wird in den heutigen Mettenschichten nachempfunden. In unseren Lehr- und Schaubergwerk „Frisch Glück - Glöck’l“ ist dies besonders in der Adventszeit möglich. Zu jeder anderen Jahreszeit wird auf Vorbestellung eine Sonderführung mit anschließenden Bergmannsvesper angeboten. Die Besucher (Mindestteilnehmerzahl: 15 ) fahren in das Bergwerk ein und werden über die wechselvolle Geschichte des Bergbaues in und um Johanngeorgenstadt informiert. Der Besucherrundgang endet im ehemaligen Maschinenraum, der jetzt mit einem großen grob gezimmerten Tisch und Holzbänken bestückt ist. Im Glanz der Schwibbogen und hölzernen Spinnen wird ein deftiges Mahl gereicht. Es besteht in der Regel aus „Bemmen“ mit Speckfett, Leber- und Blutwurst, aber auch Schinken und Käse, dazu verschiedene Beilagen und natürlich ein kräftiger Schluck. Dies kann der „Wismutfusel“ sein, aber auch Kräuterspezialitäten und anderer Schnaps aus der Region. Bei Temperaturen von ca. 8° C ist zwar wärmere Kleidung zu empfehlen, aber der ausgeschenkte Glühwein ist auch nicht zu verachten. (Selbstverständlich sind auch warme und kalte alkoholfreie Getränke im Angebot.) Bergmännische, bzw. weihnachtliche Geschichten und Musik geben den Besuchern die Möglichkeit besinnlich zuzuhören, einzustimmen und mitzumachen. Doch schließlich ist auch wieder die Zeit gekommen aus dem Bergwerk auszufahren. Pro Person kostet die Teilnahme an der Mettenschicht, bzw. Sonderführung 11,00 EUR. Voranmeldungen für die „Mettenschicht“ und Sonderführung sind im Lehr- und Schaubergwerk unter 03773 882140 möglich.